Verfasst von: alexstengelin | 15. Dezember 2009

Jetzt geht´s wieder los! Paid Content bei deutschen Online Ausgaben

Seit heute sind die regionalen und lokalen Inhalte von der Berliner morgenpost.de und des Hamburger abendblatt.de kostenpflichtig. 4,95 € bzw. 7,95 € wollen die beiden Online-Ausgaben aus dem Hause Springe im Monat für ihre Qualitätsjournalismus. Prinzipiell ist es nachvollziehbar. Die Erstellung des Contents kostet Geld und mit Display-Werbung als auch mit GoogleAds sind keine Traummargen wie in Printprodukten der 80er und 90er Jahre zu erzielen. Die Verlagshäuser haben sich in den Jahren in denen sie die Herren über mediale Verbreitung waren eine Kostenstruktur zugelegt, die im Web über Werbung nicht finanzierbar ist. Daher muss für den Inhalt bezahlt werden.

Für die Zeitung jeden Morgen im Briefkasten zahlen die Leute ja – da hat man aber auch was in der Hand! Allerdings deckt hier der Kaufpreis gerade mal die Produktion, die Lieferung und das Werbegeschenk alle zwei Jahre ab. Offline also im Print verlangen die Verlage Unsummen für die Anzeigen. Ob sie das Wert sind oder nicht, kann ich nicht entscheiden. Früher waren sie es in jedem Fall. Da gab es ja nichts anderes wo man Werbung machen konnte! Es gab nur die Zeitung um seine Anzeige unter zu bringen, deshalb hat man bezahlt was es kostete. Und so konnte man auch die Redakteure und Journalisten gut bezahlen. Aber jetzt ist das Internet! Jeder kann ein Medium sein. Inhalte sind überall, jeder Zeit und vielfältig vorhanden. Überregionale Nachrichten hat jede Zeitung im Web auf der ersten Seite – immer mit dem selben Bild, immer mit der selben dpa-Meldung. Das juckt keinen. Das einzig interessante, dass die Verlage noch haben sind die regionalen und lokalen Nachrichten. Die hat nicht jeder und in vielen Regionen Deutschland gibt es auch nicht viele Player auf dem Markt, die das überhaupt in der Qualität bieten könnten.

Jetzt soll dieser „letzte Wert“ versilbert werden. Das Problem ist, dass man das nicht gewohnt ist und die User daher den Aufstand proben. Wichtiger allerdings ist die Frage: Wie kommt man auf die Inhalte? Oft muss man dabei antworten: über Google! Und da liegt erstmal der Fehler im System. Wenn man sich Google nicht öffnet und seinen Content aufzeigt, bekommt man weniger User auf die Seite. Das ist schlecht für die Werbeeinnahmen sowie für die potentiellen Paid Content Kunden. Was hier bei morgenpost.de und abendblatt.de falsch läuft ist, dass man beides will: Paid Content und Google und das geht nicht. Das ist Verarsche! Denn wenn man direkt bei Google nach einem Artikel sucht, dann findet man ihn ohne Geld dafür zahlen zu müssen. So werden die Leute, die im Web nicht so findig sind, die Doofen sein und die anderen gehen halt über google auf die Artikel. Ganz oder gar nicht!

Ich möchte auch nicht für alles im Web bezahlen! Aber nicht alles ist über Werbung zu finanzieren. Lustiger Weise sind die User auch so weit dass sie auch die Werbung nicht akzeptieren. Ad-Blocker, Pop-Up Blocker usw. sind bei manchen Browsern sogar schon vorinstalliert. Was soll man da machen? Prinzipiell denke ich, dass wenn man als Hamburger jeden Tag das Abendblatt online gelesen hat, würde man auch 3- 5 € im Monat dafür zahlen können… 8 finde ich auch etwas viel. Ich würde dann aber goolge erstmal komplett rausschmeißen, denn verarschen darf man bei bezahlten Inhalten niemand! Zudem würde ich noch ein Credit-System einführen. Das man sich Inhalte „on-demand“ abrufen kann. So kann man die monatlich fixen kosten umgehen und wenn man wirklich mal was lesen will dann zahlt man halt die z.B. 0,50 € für den Artikel.

Ich denke dass es ein Versuch wert ist. Wenn es nicht klappt ist es wieder schnell abgeschafft, wenn man es aber nicht macht, dann berichtet bald halt niemand mehr regional! Das muss in den Köpfen ankommen.

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